Lösungen zum offiziellen HSG-Übungstest
Die HSG verlinkt auf ihrer Seite einen Übungstest ihres Testanbieters ITB. Hier findest du zu allen 16 Aufgaben die richtige Antwort, den kürzesten Rechenweg und die typische Falle. Mach den Test am besten zuerst selbst.
Alle Antworten auf einen Blick
Die Antworten sind verdeckt, damit du nicht aus Versehen spickst. Tippe auf eine Antwort, um sie zu sehen
| Quantitative Probleme | Antwort |
|---|---|
| 1 · Personen und Tage | 4 Tage |
| 2 · Arbeitszeit im Jahr | (a·x + b·y) / 12 Prozent |
| 3 · Kupfer und Stromstärke | 12 Minuten |
| 4 · Variable Kosten | (GK₂ − GK₁) / (m₂ − m₁) |
| 5 · Betten und Umsatz | 46,7 % |
| 6 · Mitarbeiter und Auslastung | N = n·t·100 / (T·a) |
| 7 · Verhältnis Frauen und Männer | 34 Personen |
| 8 · Gewicht der Rakete | G = GS − (GS − GT)·t / T |
| Grafiken und Tabellen | Antwort |
|---|---|
| 1 · Erwerbstätige nach Bereichen | Keine der beiden |
| 2 · Luftbetankung | Flugzeug vorher und nachher unter der Tanker-Linie |
| 3 · Fischereiflotten | Beide Aussagen |
| 4 · Balken und Seil | Nur Aussage I |
| 5 · Biotechnik-Branche | Nur Aussage I |
| 6 · Wassersystem | X 4, Y 3, Z 3 l/s |
| 7 · Marktanteil und Wachstum | Nur Aussage II |
| 8 · Aufzug und Leistung | Beide Aussagen |
Teil 1: Quantitative Probleme
8 Aufgaben in 19 Minuten, also gut zwei Minuten pro Aufgabe. Fast alles lässt sich mit Dreisatz, Anteilen und einer Probe mit einfachen Zahlen lösen.
1Personen und TageUmgekehrter DreisatzLösung zeigenSchließen
Antwort 4 Tage
- Rechne die Arbeit in Personentagen: 8 Personen mal 6 Tage ergibt 48 Personentage.
- Mit den 4 zusätzlichen Personen arbeiten 12 Personen. 48 geteilt durch 12 ergibt 4 Tage.
Falle: Mehr Personen brauchen weniger Zeit, die Größen sind umgekehrt proportional. Und es arbeiten 12 Personen, nicht 4.
2Arbeitszeit im JahrGewichteter Durchschnitt mit VariablenLösung zeigenSchließen
Antwort (a·x + b·y) / 12 Prozent
- Jeder Monat hat dieselbe Arbeitszeit, also zählt jeder Monat gleich viel.
- In a Monaten sind es x Prozent, in b Monaten y Prozent. Zusammen ergibt das a·x + b·y Prozent-Monate.
- Über 12 Monate verteilt: (a·x + b·y) / 12 Prozent.
Probe mit einfachen Zahlen: a = b = 6 und x = y = 50 ergibt 600 / 12 = 50 Prozent. Die Variante mit / 100 liefert 6, also falsch. x und y sind schon Prozentwerte.
3Kupfer und StromstärkeDoppelte ProportionalitätLösung zeigenSchließen
Antwort 12 Minuten
- Die Menge hängt vom Produkt aus Stromstärke und Zeit ab. Im Beispiel sind das 0,4 A mal 15 min, also 6 Ampere-Minuten für 0,12 g.
- Für die doppelte Menge, 0,24 g, brauchst du doppelt so viel, also 12 Ampere-Minuten.
- Bei 1 A sind das 12 Minuten.
Falle: nur einen Faktor anpassen. Wer nur die Menge verdoppelt und die Stromstärke vergisst, landet bei 30 Minuten.
4Variable Kosten pro EinheitFixkosten fallen in der Differenz wegLösung zeigenSchließen
Antwort VKE = (GK₂ − GK₁) / (m₂ − m₁)
- Gesamtkosten sind Fixkosten plus variable Kosten pro Einheit mal Menge.
- Ziehst du die beiden Gesamtkosten voneinander ab, fallen die Fixkosten weg. Übrig bleibt VKE mal (m₂ − m₁).
- Durch die Mengendifferenz teilen, fertig.
Falle: Summen statt Differenzen. Mit Summen würdest du die Fixkosten zweimal mitzählen. Mehr dazu in Break-even im HSG-Aufnahmetest.
5Betten und UmsatzAnteile umrechnen, mit 100 rechnenLösung zeigenSchließen
Antwort 46,7 %
- Rechne mit 100 Betten: Station A hat 40, Station B 60.
- Umsatz pro Bett: A erwirtschaftet 72 Mio. EUR mit 40 Betten, also 1,8 Mio. pro Bett. B erwirtschaftet 48 Mio. EUR mit 60 Betten, also 0,8 Mio. pro Bett.
- B wächst um 20 % seiner eigenen Betten, also um 12. Danach hat B 72 Betten, A noch 28.
- Neuer Umsatz: A 28 mal 1,8 = 50,4 Mio., B 72 mal 0,8 = 57,6 Mio., zusammen 108 Mio. Anteil von A: 50,4 / 108 = 46,7 %.
Fallen: Die Angaben zum Gewinn brauchst du nicht. Die 20 % beziehen sich auf die Betten von B. Und der Gesamtumsatz bleibt nicht bei 120 Mio.
6Mitarbeiter und AuslastungFormel aus Arbeit und KapazitätLösung zeigenSchließen
Antwort N = n·t·100 / (T·a)
- Die gesamte Arbeit am Tag ist n mal t.
- Ein Mitarbeiter kann davon nur T mal a / 100 leisten, weil er nur zu a Prozent ausgelastet ist.
- Arbeit geteilt durch Leistung pro Person: N = n·t / (T·a/100) = n·t·100 / (T·a).
Probe: Bei 100 % Auslastung muss N = n·t / T herauskommen. Und je niedriger die Auslastung, desto mehr Personen. Deshalb gehört a in den Nenner.
7Verhältnis Frauen und MännerVerhältnisse mit einer UnbekanntenLösung zeigenSchließen
Antwort 34 Personen
- Vorher gibt es 2k Frauen und 5k Männer.
- Nach den 6 neuen Frauen gilt (2k + 6) zu 5k wie 7 zu 10. Über Kreuz: 20k + 60 = 35k, also k = 4.
- Vorher 8 Frauen und 20 Männer, danach 14 Frauen und 20 Männer, zusammen 34.
Falle: 28 ist die Zahl vor der Einstellung. Gefragt ist die Zahl danach.
8Gewicht der RaketeLineare Abnahme, Probe an den RändernLösung zeigenSchließen
Antwort G = GS − (GS − GT)·t / T
- Insgesamt verliert die Rakete GS − GT, gleichmäßig verteilt über die Zeit T.
- Nach der Zeit t ist davon der Anteil t / T verbraucht.
- Probe: Bei t = 0 kommt GS heraus, bei t = T genau GT. Nur diese Formel erfüllt beides.
Tipp: Bei Formel-Aufgaben setzt du die Randwerte ein, statt die Formel herzuleiten. Das geht schneller und ist sicherer.
Teil 2: Grafiken und Tabellen
8 Aufgaben in 19 Minuten. Entscheidend ist fast immer, ob eine Aussage sicher ableitbar ist, nicht ob sie plausibel klingt.
1Erwerbstätige nach BereichenAnteile sind keine AnzahlenLösung zeigenSchließen
Antwort Keine der beiden Aussagen lässt sich ableiten
- Das Diagramm zeigt Prozent der Erwerbstätigen im jeweiligen Jahr. Ein gleicher Anteil in zwei Jahren heißt nicht gleich viele Personen, denn die Gesamtzahl ist unbekannt und ändert sich.
- Aus Anteilen lässt sich auch nicht ablesen, wer von welchem Bereich in welchen wechselt. Der Rückgang in einem Bereich kann ganz andere Ursachen haben.
Falle: Prozentanteile wie absolute Zahlen lesen. Diese Verwechslung ist der Klassiker im zweiten Teil.
2LuftbetankungWeg-Zeit-Diagramm: Steigung ist GeschwindigkeitLösung zeigenSchließen
Antwort das Diagramm, in dem die Linie des Flugzeugs am Anfang und am Ende unter der Linie des Tankers liegt
- Vor dem Andocken ist das Flugzeug hinter dem Tanker, hat also den kleineren Weg, und ist schneller. Seine Linie liegt unter der des Tankers und ist steiler.
- Während des Tankens fliegen beide gleich: Die Linien liegen aufeinander.
- Nach dem Abdocken bremst das Flugzeug und fällt zurück. Seine Linie wird flacher und liegt wieder unter der des Tankers.
Falle: Eine Linie, die nach dem Abdocken über der des Tankers verläuft, würde bedeuten, dass das Flugzeug überholt. Die Reihenfolge der Antworten kann sich ändern, achte deshalb auf den Verlauf, nicht auf den Buchstaben.
3FischereiflottenDurchschnitt pro Schiff überschlagenLösung zeigenSchließen
Antwort Beide Aussagen lassen sich ableiten
- Teile die Fangmenge durch die Zahl der Schiffe. Für die Niederlande kommen rund 516 Tonnen pro Schiff heraus, für Dänemark rund 291. Das sind etwa 77 % mehr, also mehr als 50 %.
- Griechenland hat die meisten Schiffe und die kleinste Fangmenge, das ergibt nur rund 4,5 Tonnen pro Schiff. Das nächstniedrige Land liegt bei über 20 Tonnen.
Tipp: Nicht genau rechnen, sondern grob überschlagen. Bei Aussage II reicht schon der Blick auf die längsten und kürzesten Balken.
4Balken und SeilMuss das Seil länger werden?Lösung zeigenSchließen
Antwort Nur Aussage I ist richtig
- Ein gespanntes Seil kann locker werden, aber nicht länger. Prüfe deshalb für jede Anordnung: Was passiert mit dem Seil, wenn der Balken rechts nach unten geht?
- Anordnung I: Das senkrechte Seilstück rechts wird kürzer, links läuft das Seil waagerecht weg und ändert sich kaum. Das Seil wird locker, nichts hält den Balken. Er kippt rechts nach unten.
- Anordnung II: Geht der Balken rechts runter, geht er links hoch. Das senkrechte Seilstück links müsste länger werden. Das gespannte Seil verhindert das, der Balken bleibt stehen.
Falle: Die Rollen als Flaschenzug deuten. Hier verändern sie nur die Richtung des Seils.
5Biotechnik-BrancheVeränderungsraten zurückrechnenLösung zeigenSchließen
Antwort Nur Aussage I lässt sich ableiten
- Aussage I: Beschäftigte geteilt durch Unternehmen ergibt rund 29 pro Unternehmen, also weniger als 40.
- Aussage II: Der Verlust ist um 50 % gesunken und liegt jetzt bei 270 Mio. Vorher war er also doppelt so hoch, 540 Mio. Das ist nicht weniger als 270.
Falle: Prozentveränderungen falsch zurückrechnen. Minus 50 % rückwärts heißt verdoppeln, nicht plus 50 %.
6WassersystemEngpässe und ÜberläufeLösung zeigenSchließen
Antwort Ablauf X 4 l/s, Y 3 l/s, Z 3 l/s
- Oberer Behälter: Es kommen 10 l/s an, unten können nur 2 + 2 + 4 = 8 l/s abfließen. Der Behälter läuft voll, die restlichen 2 l/s gehen über den Überlauf nach X.
- Mittlerer Behälter: Er bekommt 2 + 4 = 6 l/s, unten fließen nur 3 l/s nach Y. Er läuft voll, 3 l/s gehen über den Überlauf nach Z.
- X bekommt 2 aus dem Bodenrohr und 2 aus dem Überlauf, also 4. Y bekommt 3, Z bekommt 3. Probe: 4 + 3 + 3 = 10.
Falle: Die Höchstwerte der Rohre als tatsächliche Mengen nehmen. Es kann nie mehr abfließen, als oben ankommt.
7Marktanteil und WachstumDefinitionen genau lesenLösung zeigenSchließen
Antwort Nur Aussage II lässt sich ableiten
- Aussage I: Das Marktwachstum gehört zum Markt, nicht zum Produkt. Zwei Produkte im selben Markt hätten dasselbe Wachstum. A und B liegen auf sehr unterschiedlicher Höhe, sie können also nicht im selben Markt sein.
- Aussage II: C hat einen relativen Marktanteil über 1. Sein Umsatz ist damit größer als der des stärksten Konkurrenten, C ist Marktführer.
Tipp: Wenn die Aufgabe einen Begriff definiert, steckt die Lösung fast immer in dieser Definition.
8Aufzug und LeistungDiagramm in Bewegungen übersetzenLösung zeigenSchließen
Antwort Beide Aussagen sind richtig
- Ordne die Stufen zu: höchste Stufe heißt hochfahren, niedrigste runterfahren, mittlere halten. 30 Sekunden pro Etage heißt 2 Etagen pro Minute.
- Ab der 3. Etage: 1 Minute runter auf die 1. Etage, später 2 Minuten hoch auf die 5., eine halbe Minute hoch auf die 6., dann 1,5 Minuten runter auf die 3. Etage. Dort steht der Aufzug bis zum Ende.
- Er erreicht also die 6. Etage, und bei 10 Minuten steht er in der 3.
Falle: Halten und Fahren verwechseln. Schreib dir die Etage nach jedem Abschnitt kurz an den Rand.
Wie viele hattest du richtig?
Trag deine richtigen Antworten je Teil ein. Wir zeigen dir, wo du ansetzen solltest
Ansatzpunkt Grafiken und Tabellen
Der offizielle Übungstest ist kürzer als der echte Test. Eine Aussage über deine Zulassungschance lässt sich aus 16 Aufgaben nicht ableiten
Über diese Seite
Den Übungstest stellt die Universität St. Gallen über ihren Testanbieter ITB bereit. Die Aufgaben und Grafiken gehören den Rechteinhabern und sind hier nicht abgebildet. Wir erklären nur in eigenen Worten, wie man sie löst. Diese Seite ist kein Angebot der Universität St. Gallen.
Quelle der Aufgaben: Übungstest zum HSG-Auswahlverfahren, Universität St. Gallen, durchgeführt von ITB Consulting GmbH, Bonn. Erreichbar über die Seite der HSG zum Auswahlverfahren, abgerufen am 1. November 2026. HSG ist eine eingetragene Marke der Universität St. Gallen.
Die Lösungen haben wir selbst erarbeitet und zweimal geprüft. Wenn du einen Fehler findest, schreib uns an tom.schwarte@lernvia.com.
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Häufige Fragen
Wo finde ich den offiziellen HSG-Übungstest?
Auf der Seite der HSG zum Auswahlverfahren gibt es einen Link zum Übungstest mit Beispielaufgaben. Er läuft beim Testanbieter ITB im Browser, ohne Anmeldung, auf Deutsch und Englisch, zusammen mit einem Tutorial zur Bedienung.
Wie ist der offizielle Übungstest aufgebaut?
Er hat zwei Teile mit je 8 Aufgaben: Quantitative Probleme sowie Grafiken und Tabellen. Für jeden Teil gibt es 19 Minuten. Am Ende lässt sich das Ergebnis als PDF herunterladen.
Ist der Übungstest genauso schwer wie der echte HSG-Test?
Er zeigt die Aufgabentypen und die Oberfläche des echten Tests, ist aber kürzer. Laut HSG ist der Online-Test ein Eignungstest, bei dem Denkvermögen und Problemlösen zählen. Für ein realistisches Gefühl für Tempo und Ausdauer hilft eine Vollsimulation mit 32 Aufgaben.
Gibt es offizielle Lösungen zum HSG-Übungstest?
Nach dem Test zeigt das Portal ein Ergebnis als PDF. Ausführliche Rechenwege stellt die HSG nach unserem Kenntnisstand nicht bereit. Deshalb haben wir sie auf dieser Seite zusammengestellt.