Deutsche Studierende in Großbritannien: die Zahlen von 2010 bis 2023
Share
Immer weniger Deutsche studieren in Großbritannien. Laut Statistischem Bundesamt waren im Studienjahr 2023/24 noch 8.415 deutsche Studierende an britischen Hochschulen eingeschrieben. 2016 waren es 15.770, also fast doppelt so viele. Die Zahl der deutschen Studienanfängerinnen und Studienanfänger hat sich seit 2017 halbiert. Im gleichen Zeitraum ist Österreich deutlich beliebter geworden. Hier sind alle Zahlen von 2010 bis 2023, wer heute noch nach Großbritannien geht und was das für deine Bewerbung heißt.
Stand: 26. Oktober 2026. Alle Zahlen stammen aus dem Statistischen Bericht „Deutsche Studierende im Ausland“ des Statistischen Bundesamts (Destatis), Berichtsjahr 2023, veröffentlicht im Dezember 2025. Die Werte für Großbritannien beruhen laut Destatis auf dem HESA Student Record und sind auf ein Vielfaches von 5 gerundet. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. LernVia ist ein unabhängiges Angebot von Studierenden und nicht mit Destatis, HESA oder einer Universität verbunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Studierende in Großbritannien: 15.770 im Jahr 2016, 8.415 im Jahr 2023. Das ist ein Rückgang um 47 Prozent.
- Deutsche Studienanfänger in Großbritannien: 9.330 im Jahr 2017, 4.628 im Jahr 2023, also rund die Hälfte weniger.
- Großbritannien war lange eines der drei beliebtesten Zielländer. 2016 studierten dort 11 Prozent aller deutschen Auslandsstudierenden, 2023 nur noch 6 Prozent.
- Österreich legte im selben Zeitraum um 44 Prozent auf 40.666 deutsche Studierende zu, Irland um 75 Prozent auf 1.000.
- Von den Deutschen, die 2023 in Großbritannien studierten, strebten 36 Prozent einen Bachelor an. Am häufigsten studierten sie Wirtschaft, Verwaltung und Recht.
Die Entwicklung von 2010 bis 2023
Bis 2018 lag die Zahl stabil bei rund 15.000. Ab 2019 sinkt sie jedes Jahr, ab 2021 besonders deutlich.
| Jahr | Deutsche Studierende in Großbritannien | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| 2010 | 14.950 | – |
| 2011 | 15.025 | +1 % |
| 2012 | 13.720 | −9 % |
| 2013 | 15.700 | +14 % |
| 2014 | 15.330 | −2 % |
| 2015 | 15.410 | +1 % |
| 2016 | 15.770 | +2 % |
| 2017 | 15.745 | 0 % |
| 2018 | 15.300 | −3 % |
| 2019 | 14.145 | −8 % |
| 2020 | 12.670 | −10 % |
| 2021 | 11.116 | −12 % |
| 2022 | 9.625 | −13 % |
| 2023 | 8.415 | −13 % |
Das Berichtsjahr ist bei Destatis das Jahr, in dem das Studienjahr beginnt. 2023 steht also für das Studienjahr 2023/24. Prozentwerte sind eigene Rechnung, gerundet.
Großbritannien im Vergleich mit anderen Zielländern
| Zielland | 2016 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Österreich | 28.220 | 40.666 | +44 % |
| Niederlande | 21.956 | 21.133 | −4 % |
| Vereinigtes Königreich | 15.770 | 8.415 | −47 % |
| Vereinigte Staaten | 10.169 | 6.850 | −33 % |
| Frankreich | 6.007 | 4.235 | −30 % |
| Irland | 572 | 1.000 | +75 % |
| Alle Zielländer (hochgerechnet) | 141.200 | 137.200 | −3 % |
Insgesamt studieren also kaum weniger Deutsche im Ausland als 2016. Sie verteilen sich aber anders: weg von Großbritannien und den USA, hin zu Österreich und, auf kleinem Niveau, Irland. Die Schweiz fehlt in der Tabelle, weil Destatis dort 2018 einen Bruch in der Zeitreihe ausweist. 2023 studierten dort 12.599 Deutsche. Für Frankreich zeigt die Reihe 2018 einen starken Sprung nach unten, ohne dass Destatis einen Bruch kennzeichnet. Vergleiche über diesen Zeitraum sind dort mit Vorsicht zu lesen.
Weniger Studienanfänger, weniger Erasmus
| Jahr | Deutsche Studienanfänger in Großbritannien |
|---|---|
| 2017 | 9.330 |
| 2018 | 9.030 |
| 2019 | 7.960 |
| 2020 | 6.630 |
| 2021 | 5.136 |
| 2023 | 4.628 |
Für 2022 weist Destatis keinen Wert aus. Studienanfänger sind ein guter Frühindikator: Wer heute nicht anfängt, fehlt in den nächsten drei bis vier Jahren in der Gesamtzahl.
Noch deutlicher ist der Einbruch bei Erasmus. Mit Erasmus-Förderung studierten laut Destatis 2021 noch 2.872 Deutsche in Großbritannien, 2022 waren es 800. Großbritannien nimmt seit dem Brexit nicht mehr am Programm teil. Wie es mit Erasmus+ ab 2027 weitergeht, steht in unserem Artikel Brexit und Studium in England.
Wer heute noch in Großbritannien studiert
Nach angestrebtem Abschluss, 2023
| Abschluss | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Bachelor | 3.067 | 36 % |
| Master | 2.199 | 26 % |
| Promotion | 1.366 | 16 % |
| andere Abschlüsse | 1.783 | 21 % |
| Insgesamt | 8.415 | 100 % |
Nach Fächergruppe, 2023
| Fächergruppe | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Wirtschaft, Verwaltung und Recht | 2.056 | 24 % |
| Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen | 1.481 | 18 % |
| Geisteswissenschaften und Künste | 1.459 | 17 % |
| Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik | 1.017 | 12 % |
| Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe | 761 | 9 % |
| Gesundheit und Sozialwesen, darunter 258 in Zahnmedizin | 565 | 7 % |
| Informatik und Kommunikationstechnologie | 399 | 5 % |
| Pädagogik | 183 | 2 % |
| übrige Fächer und unbekannt | 494 | 6 % |
Wirtschaft und Sozialwissenschaften machen zusammen gut 40 Prozent aus. Das passt zu den Unis, die bei deutschen Bewerbenden besonders gefragt sind, etwa die LSE, Warwick oder UCL.
Warum die Zahl sinkt
Die Statistik selbst nennt keine Gründe. Der zeitliche Verlauf passt aber zu den Änderungen durch den Brexit. Seit dem Studienjahr 2021/22 zahlen Bewerbende aus der EU ohne Settled oder Pre-settled Status in England internationale Studiengebühren statt der Gebühren für britische Studierende, sie bekommen keine britischen Studienkredite mehr und brauchen ein Studentenvisum. Für den Studienbeginn 2027 reichen Beispiele von 27.800 Pfund im Jahr (York, BA Politics) bis 46.210 Pfund (Oxford, PPE), Medizin liegt teils deutlich darüber. Die Zahlen und Quellen dazu stehen in unseren Artikeln Brexit und Studium in England und Studiengebühren in England.
Der Rückgang beginnt allerdings schon 2019, also vor der Gebührenänderung. Auch die Corona-Jahre und die Unsicherheit nach dem Brexit-Votum können eine Rolle gespielt haben. Welcher Grund wie stark wirkt, lässt sich aus diesen Daten nicht ablesen.
Was das für deine Bewerbung heißt
- Es gibt keine Quote für Deutsche. Britische Unis entscheiden pro Kurs über alle internationalen Bewerbungen. Weniger deutsche Bewerbende heißt deshalb nicht automatisch bessere Chancen, die Konkurrenz kommt aus aller Welt.
- Ein UK-Abschluss ist unter Deutschen seltener geworden. Mit halb so vielen deutschen Studienanfängern wie 2017 bist du mit einem britischen Bachelor in Deutschland eher die Ausnahme. Ob das bei Arbeitgebern einen Vorteil bringt, zeigen diese Daten nicht.
- Die Kosten sind die größte Hürde. Plane Gebühren, Lebenshaltung und Visum von Anfang an ein und prüfe Stipendien früh.
- Der Abischnitt entscheidet je nach Uni unterschiedlich. Jede Uni rechnet das Abitur selbst um. Beispiele stehen in In England studieren ohne Einser-Abitur.
Ob Großbritannien für dich realistisch ist, kannst du mit unserem kostenlosen UK-Chancen-Check prüfen. Den Ablauf der Bewerbung erklärt der Leitfaden UK-Bewerbung mit Abitur.
Häufige Fragen
Wie viele Deutsche studieren in Großbritannien?
Laut Destatis waren es im Studienjahr 2023/24 8.415, nach den Daten der britischen Hochschulstatistik HESA. Neuere Zahlen hat Destatis noch nicht veröffentlicht.
Wie stark ist die Zahl seit dem Brexit gesunken?
Vom Höchststand 15.770 im Jahr 2016, dem Jahr des Brexit-Votums, auf 8.415 im Jahr 2023, also um 47 Prozent. Seit 2019 sinkt die Zahl jedes Jahr.
Wohin gehen deutsche Studierende stattdessen?
Das mit Abstand wichtigste Zielland ist Österreich mit 40.666 deutschen Studierenden im Jahr 2023, gefolgt von den Niederlanden mit 21.133. Großbritannien liegt mit 8.415 inzwischen hinter der Schweiz mit 12.599.
Was studieren Deutsche in Großbritannien am häufigsten?
Wirtschaft, Verwaltung und Recht mit 24 Prozent, dann Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften mit je rund 17 bis 18 Prozent.
Ist es jetzt leichter, als Deutsche oder Deutscher angenommen zu werden?
Das lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten. Britische Unis vergeben keine Plätze nach Herkunftsland, sondern pro Kurs an die stärksten Bewerbungen.
Methode und Quellen
Quelle aller Zahlen ist der Statistische Bericht „Deutsche Studierende im Ausland“ des Statistischen Bundesamts, Berichtsjahr 2023, Tabellen 21721-01 bis 21721-08, abgerufen am 26. Oktober 2026. Die Werte für das Vereinigte Königreich stammen laut Destatis aus dem HESA Student Record und sind auf ein Vielfaches von 5 gerundet. Die Gesamtzahl aller deutschen Auslandsstudierenden ist eine Hochrechnung von Destatis. Einordnung dazu in der Pressemitteilung vom 18. Dezember 2025. Prozentwerte, Anteile und die Grafik sind eigene Berechnungen und Darstellungen von LernVia.
Redaktionen, Lehrkräfte und Studienberatungen dürfen Tabellen und Grafik gern mit Quellenangabe „Destatis, Darstellung LernVia“ und Link auf diese Seite verwenden.
Über den Autor
Tom Schwarte studiert Philosophy, Politics and Economics an der London School of Economics und hat LernVia 2025 zusammen mit Paul Jung gegründet. Paul studiert an der HSG und hat den Aufnahmetest 2024 unter den besten 4 % bestanden. Bei LernVia arbeiten Studierende mit, die das Auswahlverfahren ihrer Hochschule selbst durchlaufen haben.