HSG-Aufnahmequote: Wie viele schaffen den Aufnahmetest?

Eine aktuelle Aufnahmequote oder Zulassungsquote für den HSG-Aufnahmetest veröffentlicht die Universität St. Gallen nicht. Die letzten offiziellen Angaben stammen aus den Jahren 2013 bis 2015: Damals konnten laut HSG rund 20 bis 25 Prozent der Angemeldeten mit einer Aufnahme rechnen. Sicher ist heute nur: Die Plätze für ausländische Bewerbende sind begrenzt, und zugelassen werden die Bewerbenden mit den besten Bewertungen im Auswahlverfahren.

Stand: Oktober 2026. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus Veröffentlichungen der Universität St. Gallen, die wir einzeln verlinken. Verbindlich sind allein die Angaben der HSG. LernVia ist ein unabhängiges Angebot und nicht mit der Universität St. Gallen verbunden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die HSG nennt keine aktuelle Aufnahmequote und keine Bestehensgrenze für den Aufnahmetest.
  • Die „25-Prozent-Quote“ ist keine Bestehensquote. Sie regelt laut HSG den Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer an der Universität.
  • Letzte offizielle Werte: 2013 über 850 Angemeldete, rund 20 Prozent konnten mit Aufnahme rechnen. 2014 und 2015 waren es 758 und 579 Angemeldete bei jeweils rund 25 Prozent.
  • Deine Abiturnote zählt im Auswahlverfahren nicht. Es entscheidet die Rangfolge im Online-Test. Ein Video-Interview gibt es laut HSG derzeit nicht.
  • Seit Ende Juni 2026 muss die HSG ihre Studierendenzahl stabilisieren. Die 25-Prozent-Quote bleibt laut HSG unverändert.

Gibt es eine offizielle HSG-Aufnahmequote?

Nein. Wir haben die News, Medienmitteilungen und Zahlenportale der HSG durchsucht. Eine Quote, die angibt, wie viele Teilnehmende den Aufnahmetest „bestehen“, gibt es dort für die letzten Jahre nicht. Dafür gibt es drei Gründe, die direkt aus den Regeln der HSG folgen:

  1. Es gibt keine feste Bestehensgrenze. Laut den Ausführungsbestimmungen zum Zulassungsreglement legt die Studiensekretärin oder der Studiensekretär die Punktzahlen fest, mit denen Teilnehmende zugelassen werden können. Die Grenze hängt also vom jeweiligen Durchgang ab.
  2. Es ist ein Wettbewerb um Plätze. Die Zahl der Studienplätze für ausländische Bewerbende ist laut HSG gesetzlich begrenzt. Zugelassen werden die Bewerbenden mit den besten Bewertungen. Wie viele das sind, hängt von den freien Plätzen ab, nicht von einem festen Prozentsatz.
  3. Das Ergebnis hat mehrere Stufen. Nach dem Online-Test lautet dein Status „Zugelassen mit Vorbehalt“ oder „Nicht zugelassen“. Die Ausführungsbestimmungen sehen zusätzlich eine Warteliste vor. Eine einfache Quote bildet das nicht ab.

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden

Begriff Was er bedeutet Offiziell veröffentlicht?
25-Prozent-Quote Obergrenze für den Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer an der HSG Ja, zuletzt in der HSG-Meldung vom 23. Juni 2026
Aufnahme- oder Zulassungsquote Anteil der Teilnehmenden am Auswahlverfahren, die einen Platz bekommen Nur für 2013 bis 2015 als Erwartungswert
Cut-off oder Bestehensgrenze Mindestpunktzahl für eine Zulassung Nein, sie wird je Durchgang intern festgelegt

Die offiziellen Zahlen im Überblick

Bis 2017 hat die HSG vor jedem Aufnahmetest eine kurze Meldung mit der Zahl der Angemeldeten veröffentlicht. In drei Jahren nannte sie auch den Anteil, der mit einer Aufnahme rechnen konnte. Die letzte Spalte haben wir selbst berechnet.

Jahr Angemeldete laut HSG Herkunftsländer Erwartete Aufnahme laut HSG Rechnerisch etwa
2013 über 850 35 rund 20 % 170 Plätze
2014 758 36 rund 25 % 190 Plätze
2015 579 32 rund 25 % 145 Plätze
2016 499 40 keine Angabe nicht berechenbar
2017 448 35 keine Angabe nicht berechenbar

Laut der Meldung von 2013 lag die Zahl der Bewerbenden im Jahr 2008 erstmals über 1.000. Für die Jahre ab 2018 haben wir keine offiziellen Angaben zu Bewerbenden oder Zulassungen gefunden.

So haben wir gerechnet

Wir haben die Zahl der Angemeldeten mit dem genannten Anteil multipliziert und gerundet: 850 × 0,20 = 170, 758 × 0,25 = 189,5, also rund 190, und 579 × 0,25 = 144,75, also rund 145. Für 2013 ist 170 eine Untergrenze, weil die HSG „über 850“ Angemeldete nennt. Wichtig: Die HSG schrieb jeweils, wie viele „mit einer Aufnahme rechnen“ können. Das ist ein Erwartungswert vor dem Test, keine nachträgliche Statistik.

Warum sich die alten Zahlen nicht auf 2027 übertragen lassen

Das Verfahren von damals hat mit dem heutigen wenig gemeinsam. Laut den HSG-Meldungen fand der Test bis 2017 einmal im Jahr schriftlich in St. Gallen statt, mit fünf Modulen wie Textanalyse, Mustererkennung und Sprachsystemen. Nur Grenzfälle wurden zu einem 30-minütigen mündlichen Interview eingeladen. Heute gibt es zwei Termine pro Jahr, einen 70-minütigen Online-Test mit den Bereichen Quantitatives Problemlösen sowie Diagramme und Tabellen. Ein Video-Interview führt die HSG laut eigener Seite derzeit nicht durch. Eine Quote von 2015 sagt deshalb wenig über deine Chancen 2027.

Was sich aus aktuellen offiziellen Zahlen ableiten lässt

Auch ohne Quote liefern die aktuellen Veröffentlichungen der HSG ein paar belastbare Anhaltspunkte.

Kennzahl Wert Quelle
Studierende im Herbstsemester 2025 9.992 aus 100 Ländern HSG-Meldung vom 19. Dezember 2025
davon im Assessmentjahr 2.376 HSG-Meldung vom 19. Dezember 2025
Studierende mit Vorbildung aus Deutschland 1.659 HSG-Meldung vom 19. Dezember 2025
Studierende mit Vorbildung aus Österreich 280 HSG-Meldung vom 19. Dezember 2025
Neue Studierende zur StartWoche 2025 rund 1.900 HSG-Medienmitteilung vom 5. September 2025
Staatsbeitrag künftig für höchstens 9.500 Studierende HSG-Meldung vom 23. Juni 2026

Daraus lassen sich drei Dinge ableiten, jeweils mit unserem Rechenweg:

  • Deutsche Bewerbende sind die größte Gruppe aus dem Ausland. 1.659 von 9.992 Studierenden haben ihre Hochschulreife in Deutschland erworben. Das sind rund 16,6 Prozent (1.659 ÷ 9.992). Du konkurrierst also vor allem mit anderen Abiturientinnen und Abiturienten.
  • Die HSG liegt über der neuen Finanzierungsgrenze. Mit 9.992 Studierenden liegt sie 492 über den 9.500 Studierenden, für die der Kanton künftig Staatsbeiträge zahlt (9.992 minus 9.500). Deshalb hat der Universitätsrat am 22. Juni 2026 Maßnahmen beschlossen, unter anderem strengere Bestehensregeln im Assessmentjahr.
  • Die Ausländerquote wird nicht lockerer. Die HSG betont, dass die 25-Prozent-Quote „nicht Gegenstand der aktuellen Anpassungen“ ist. Ein Viertel von 9.500 wären 2.375 Bildungsausländerinnen und -ausländer an der ganzen Universität, also über alle Stufen vom Assessmentjahr bis zum Doktorat.

Was sich daraus nicht ableiten lässt, ist die Zahl der Bachelor-Plätze, die jedes Jahr über das Auswahlverfahren vergeben werden. Laut Zulassungsreglement regelt der Senatsausschuss die Verteilung der Plätze für ausländische Bewerbende. Die Zahl veröffentlicht die HSG nicht. Und selbst wenn sie bekannt wäre, fehlt die Zahl der Bewerbungen. Ohne beide Werte lässt sich keine seriöse Quote berechnen.

Vorsicht bei Quoten und Punktgrenzen aus dem Netz

Wer nach „HSG Aufnahmequote“ sucht, findet Zahlen wie 91 Prozent oder konkrete Cut-off-Punktzahlen. Solche Werte stammen nach unserer Recherche nicht von der HSG, sondern meist von Vorbereitungsanbietern. Sie haben drei Schwächen:

  • Sie beziehen sich oft nur auf die eigenen Kursteilnehmenden. Die sind vorbereitet und hoch motiviert und damit keine repräsentative Gruppe.
  • Wie sie erhoben wurden, ist meist nicht nachvollziehbar, etwa wer geantwortet hat und wer nicht.
  • Eine feste Punktgrenze kann es nach den HSG-Regeln nicht geben, weil die Punktzahlen je Durchgang festgelegt werden.

Wir verwenden solche Zahlen deshalb nicht.

Wie schwer ist die HSG also wirklich?

Eine seriöse Prozentzahl kann dir niemand nennen. Gut belegt sind aber diese Punkte:

  • Du hast pro Jahr nur einen Versuch. Das Auswahlverfahren kannst du laut HSG pro Studienjahr nur einmal absolvieren. Die Ausführungsbestimmungen erlauben höchstens eine Wiederholung, frühestens für das nächste Studienjahr.
  • Vorwissen hilft nur begrenzt. Die HSG beschreibt den Online-Test als Eignungs- und nicht als Wissenstest. Nach unserer Erfahrung macht vor allem das Tempo den Test schwer: Bei 32 Aufgaben in 70 Minuten bleiben gut zwei Minuten pro Aufgabe.
  • Wer drin ist, kommt meist gut durch das erste Jahr. Laut einem älteren Bericht des St. Galler Tagblatts (online seit 12. September 2015) bestanden damals rund 95 Prozent der über die Aufnahmeprüfung zugelassenen ausländischen Studierenden das Assessmentjahr. Aktuelle Zahlen nennt die HSG nicht.

Mehr zum Schwierigkeitsgrad und zu den Aufgabentypen findest du im großen Überblick zum HSG-Aufnahmetest 2027 und im Artikel Was kommt im HSG-Aufnahmetest dran?.

Was das für deine Vorbereitung bedeutet

Weil am Ende eine Rangfolge entscheidet, zählt jeder Punkt. Eine „sichere“ Punktzahl gibt es nicht. Daraus folgen vier praktische Schritte:

  1. Stand ehrlich messen. Rechne früh einen Probetest unter echtem Zeitdruck. So siehst du, ob dir eher Formeln, Bezugsgrößen oder Tempo fehlen.
  2. Tempo trainieren, nicht nur Inhalte. Die meisten Aufgaben sind nach unserer Erfahrung mit genug Zeit lösbar. Der Unterschied entsteht beim sicheren Abrufen im Takt von gut zwei Minuten.
  3. Den Termin bewusst wählen. 2027 testet die HSG am 16. Februar und am 8. Juni. Für Februar muss deine Bewerbung bis 10. Januar 2027 vollständig sein. Der Juni-Termin gibt dir mehr Vorbereitungszeit, kann aber in deine Abiturphase fallen.

Und wenn du drin bist, wartet das Assessmentjahr mit seit Herbst 2026 strengeren Regeln. Was dich dort erwartet, erklärt der Artikel HSG-Assessmentjahr: Aufbau und Durchfallquote.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Aufnahmequote der HSG?

Eine aktuelle Quote veröffentlicht die HSG nicht. Die letzten offiziellen Angaben stammen aus 2013 bis 2015. Damals konnten laut HSG rund 20 Prozent (2013) beziehungsweise rund 25 Prozent (2014 und 2015) der Angemeldeten mit einer Aufnahme rechnen. Wegen des völlig anderen Testformats lassen sich diese Werte nicht auf heute übertragen.

Was bedeutet die 25-Prozent-Quote der HSG?

Sie begrenzt laut HSG den Anteil der Bildungsausländerinnen und -ausländer an der Universität auf ein Viertel. Sie sagt nicht, dass 25 Prozent der Teilnehmenden den Test bestehen. Wie die Plätze auf die einzelnen Jahrgänge verteilt werden, regelt der Senatsausschuss. Diese Zahl veröffentlicht die HSG nicht.

Wie viele Punkte braucht man im HSG-Aufnahmetest?

Eine feste Punktzahl gibt es nicht. Laut den Ausführungsbestimmungen zum Zulassungsreglement legt die Studiensekretärin oder der Studiensekretär die Punktzahlen für jeden Durchgang fest. Zugelassen werden die Bewerbenden mit den besten Bewertungen. Angebliche Cut-off-Werte aus dem Netz sind nicht offiziell.

Wie viele Bewerber nimmt die HSG pro Jahr?

Das veröffentlicht die HSG für das heutige Verfahren nicht. Bekannt ist nur, dass im Herbst 2025 rund 1.900 neue Studierende in die StartWoche gestartet sind. Darin sind aber auch Schweizerinnen und Schweizer enthalten, die ohne Auswahlverfahren zugelassen werden. Bis 2017 nannte die HSG die Zahl der Angemeldeten, zuletzt 448.

Dein nächster Schritt

Statt einer Quote hilft dir eine ehrliche Standortbestimmung mehr. Mit dem kostenlosen HSG-Probetest von LernVia siehst du, wie du mit Aufgabentypen und Zeitdruck zurechtkommst. Wenn du gezielt üben willst, findest du Bücher, Lernplattform, Testsimulationen und Präsenzkurse unter HSG-Vorbereitung und den HSG-Intensivkurs online auf einer eigenen Seite. Ein bestimmtes Ergebnis kann dir dabei niemand versprechen.

Über den Autor

Paul Jung studiert an der Universität St. Gallen (HSG) und hat den HSG-Aufnahmetest 2024 unter den besten 4 % bestanden. Er hat LernVia 2025 zusammen mit Tom Schwarte gegründet, der an der London School of Economics studiert. Bei LernVia arbeiten Studierende mit, die das Auswahlverfahren ihrer Hochschule selbst durchlaufen haben.

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