Die UCAS-Referenz aus Deutschland: wer sie schreibt, was reinmuss und wie du deine Lehrkraft briefst
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Die UCAS-Referenz ist der einzige Teil deiner Bewerbung, den du nicht selbst schreibst. Gerade deshalb unterschätzen viele sie. Dabei liefert sie den Unis eine unabhängige Einschätzung deines Potenzials und ordnet deine Noten ein. Seit dem Bewerbungsjahrgang 2024 gibt es dafür ein neues Format aus drei Abschnitten. Hier steht, wer die Referenz schreiben darf, was in die drei Abschnitte gehört, wie das läuft, wenn deine Schule kein UCAS-Centre ist, und wie du deine Lehrkraft so briefst, dass eine starke Referenz entsteht.
Was die UCAS-Referenz ist
Es gibt genau eine Referenz pro Bewerbung, und sie geht an alle deine bis zu fünf Wahlen. Sie muss von einer Person kommen, die deine akademische Leistung und dein Potenzial einschätzen kann. Sie darf nicht von Verwandten oder Freunden geschrieben werden. Zusätzliche Empfehlungsschreiben, die per Mail an die Uni geschickt werden, akzeptieren die Unis nicht. Wenn du mehrere Personen einbinden willst, sollte deine Referenzperson deren Punkte in die eine Referenz aufnehmen.
Das neue Format aus drei Abschnitten
Früher war die Referenz ein freier Fließtext von bis zu 4.000 Zeichen. Seit 2024 ist sie in drei feste Abschnitte gegliedert, damit die Unis schneller finden, was sie brauchen, und damit auch weniger schreibgeübte Referenzpersonen niemanden benachteiligen. Insgesamt stehen weiterhin 4.000 Zeichen zur Verfügung:
- Abschnitt 1, Kontext zur Schule: allgemeine Informationen zur Schule, etwa zum Kurssystem, zur Notenvergabe und zu besonderen Umständen wie größeren Ausfällen. Dieser Teil ist für alle Bewerbenden einer Schule oft identisch und lässt sich wiederverwenden.
- Abschnitt 2, besondere Umstände: alles, was deine schulische Leistung beeinflusst hat, zum Beispiel Krankheit oder eine schwierige familiäre Situation. Gibt es nichts, wird das entsprechend markiert.
- Abschnitt 3, weitere relevante Informationen: alles, was für deine Eignung und deinen Studienerfolg spricht und noch nicht an anderer Stelle steht.
Deine Predicted Grades werden separat bei den Qualifikationen eingetragen und zählen nicht zu den 4.000 Zeichen. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Predicted Grades für Abiturienten.
Was eine starke Referenz ausmacht
Gute Referenzen sind konkret statt allgemein. "Fleißig und motiviert" sagt wenig. Aussagekräftig ist ein Satz wie "hat in einer Projektarbeit zu einem selbst gewählten Thema überdurchschnittliche Eigenständigkeit gezeigt". Die Unis wollen belastbare Einordnungen und konkrete Beispiele, keine Lobfloskeln. Deine Referenzperson muss kein Fachprofi für dein Wunschfach sein, sollte aber genug über dich wissen, um solche Beispiele zu liefern, und holt sich dafür oft Rückmeldungen deiner Fachlehrkräfte.
Wer sie schreiben darf
In der Regel eine Lehrkraft, deine Oberstufenkoordination oder eine andere schulische Ansprechperson, die dich akademisch kennt. Entscheidend ist, dass die Person deine Leistung fundiert einschätzen kann und nicht mit dir verwandt ist. Eine engagierte Lehrkraft, die dich gut kennt, ist wertvoller als eine ranghöhere Person, die kaum etwas über dich sagen kann.
So läuft es, wenn deine Schule kein UCAS-Centre ist
Viele deutsche Schulen sind nicht bei UCAS registriert. Dann bewirbst du dich als unabhängige Bewerbung. Deine Referenzperson erhält von UCAS eine E-Mail mit einem Passwort und einem Zugang und trägt die Referenz direkt in das Online-System ein. Am einfachsten schreibt sie den Text zuerst in einem Textprogramm und kopiert ihn dann in die Felder. Wichtig: Du kannst deine Bewerbung erst abschicken, wenn die Referenz eingereicht ist. Ohne sie bleibt deine Bewerbung liegen.
Wie du deine Lehrkraft briefst
Weil viele Lehrkräfte das UCAS-System nicht kennen, hilfst du dir selbst, wenn du gut vorbereitet auf sie zugehst. Gib ihr am besten eine kurze Übersicht mit:
- deinen Wunschstudiengängen und den Unis, an die die Referenz geht
- deinen Fächern und aktuellen Kursnoten als Grundlage für die Prognose
- zwei bis drei konkreten Beispielen deiner Stärken, an die sie anknüpfen kann
- einer kurzen Erklärung des Drei-Abschnitte-Formats
- einer klaren internen Deadline mit Puffer vor der UCAS-Frist
Je besser dein Material, desto stärker und leichter wird die Referenz. Du schreibst sie nicht, aber du kannst sie entscheidend vorbereiten.
Häufige Fehler
- Die Referenzperson zu spät fragen und dadurch die Frist gefährden.
- Verwandte oder Freunde als Referenz vorschlagen. Das ist nicht erlaubt.
- Davon ausgehen, dass die Referenz von allein entsteht.
- Der Lehrkraft keine Informationen geben und eine generische Referenz riskieren.
Häufige Fragen
Wer darf meine UCAS-Referenz schreiben?
Eine schulische Person, die dich akademisch kennt, meist eine Lehrkraft oder die Oberstufenkoordination. Nicht Verwandte oder Freunde.
Was, wenn meine Schule nicht bei UCAS registriert ist?
Dann bewirbst du dich unabhängig, und deine Referenzperson trägt die Referenz über einen eigenen UCAS-Zugang ein.
Wie lang ist die Referenz?
Insgesamt 4.000 Zeichen über die drei Abschnitte. Predicted Grades werden separat eingetragen und zählen nicht dazu.
Sehe ich meine eigene Referenz?
In der Regel nicht. Deshalb ist es wichtig, früh mit deiner Referenzperson zu sprechen und ihr gute Informationen zu geben.
Kann ich mehrere Referenzen einreichen?
Nein, nur eine über UCAS. Weitere Personen können ihre Punkte an die eine Referenzperson geben.
Wie du die Predicted Grades löst, erklärt der Beitrag Predicted Grades für Abiturienten. Alle Termine findest du unter UCAS-Fristen für deutsche Bewerbende, den kompletten Ablauf unter Mit Abitur in England studieren.
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