Welcher Abischnitt reicht für Oxford? Die offizielle Umrechnung für 2027

Für Oxford brauchst du je nach Studiengang einen Abiturschnitt von 1,1, 1,2 oder 1,3. Oxford rechnet seine A-Level-Anforderungen selbst um: A*A*A entspricht 1,1, A*AA entspricht 1,2 und AAA entspricht 1,3. In Fächern, die der Kurs verlangt, erwartet Oxford 14 Punkte für ein A* und 13 Punkte für ein A. Der Schnitt ist aber nur die Eintrittskarte: Oxford erhält jedes Jahr über 23.000 Bewerbungen für rund 3.300 Plätze.

Stand: Oktober 2026, Bewerbungszyklus für den Studienbeginn 2027. Verbindlich sind die Angaben der University of Oxford auf der jeweiligen Kursseite. LernVia ist unabhängig und nicht mit der Universität verbunden.

Die offizielle Oxford-Umrechnung für das Abitur

Oxford veröffentlicht auf der Seite zu internationalen Abschlüssen eine eigene Tabelle für das deutsche Abitur. Andere Umrechnungen, die im Netz kursieren, gelten für Oxford nicht.

Anforderung in A-Levels Abitur-Gesamtnote laut Oxford Punkte in geforderten Fächern
A*A*A 1,1 14 Punkte für ein A*, 13 Punkte für ein A
A*AA 1,2 14 Punkte für ein A*, 13 Punkte für ein A
AAA 1,3 mindestens 13 Punkte

Dazu kommt eine Regel, die viele übersehen: Fächer, die für den Kurs als A-Level verlangt werden, solltest du nach Möglichkeit auf erhöhtem Niveau belegen, also als Leistungskurs oder Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau (eA). Für ein mathematisches Fach heißt das in der Praxis: Mathe als Leistungskurs mit 13 oder 14 Punkten, je nachdem, ob ein A oder ein A* gefordert ist.

Beispiele aus den Oxford-Kursseiten für 2027

Die folgende Tabelle zeigt die Anforderungen einiger beliebter Studiengänge für den Studienbeginn 2027, wie sie auf den Kursseiten stehen, und was das nach der Oxford-Tabelle für das Abitur bedeutet. Die Quoten sind die von Oxford veröffentlichten Durchschnittswerte der Jahre 2023 bis 2025: Wie viel Prozent der Bewerbenden zum Interview eingeladen wurden und wie viel Prozent einen Platz bekamen.

Studiengang Anforderung laut Kursseite Mit Abitur nach Oxford-Tabelle Test Interview / Zusage
Mathematics A*A*A, die A* in Maths und, falls angeboten, Further Maths 1,1, Mathe mit 14 Punkten, möglichst als Leistungskurs TMUA 32 % / 9 %
Physics A*AA, das A* in Physics, Maths oder Further Maths 1,2, 14 Punkte in Physik oder Mathe ESAT 31 % / 11 %
Economics and Management A*AA, Maths mit A oder A* 1,2, Mathe mit mindestens 13 Punkten TARA 18 % / 5 %
Medicine A*AA (ohne Critical Thinking und Thinking Skills) 1,2 UCAT 29 % / 11 %
Philosophy, Politics and Economics (PPE) AAA 1,3 TARA 38 % / 12 %
Law (Jurisprudence) AAA 1,3 LNAT 31 % / 10 %
History AAA 1,3 kein Test, dafür ein eingereichter Essay 74 % / 23 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens ist AAA, also 1,3, für Oxford keine niedrige Hürde, sondern die Anforderung von Fächern wie PPE oder Jura. Zweitens sagt der Schnitt wenig über die Chancen: In Economics and Management bekamen im Schnitt nur 5 % der Bewerbenden einen Platz, obwohl die Notenanforderung „nur“ bei 1,2 liegt.

Zwei Rechenbeispiele

Die folgenden Beispiele sind selbst ausgedacht und zeigen nur, wie du die Oxford-Tabelle liest. Ob du ein Angebot bekommst, entscheidet die Uni.

  • Lena erwartet 1,2 und hat Mathe als Leistungskurs mit 14 Punkten. Für Economics and Management (A*AA, Maths mit A oder A*) erfüllt sie die Notenanforderung. Für Mathematics (A*A*A, also 1,1) liegt sie eine Stufe darunter.
  • Jonas erwartet 1,3 und hat Geschichte als Leistungskurs mit 13 Punkten. Für History und PPE (AAA, also 1,3) passt sein Schnitt. Für Medicine oder Physics (A*AA, also 1,2) reicht er nach der Oxford-Tabelle nicht.

Wichtig: Weil du dich vor dem Abitur bewirbst, entscheidet Oxford auf Basis deiner Predicted Grades. Das sind die Noten, die deine Schule dir zutraut. Wie du sie mit deiner Lehrkraft richtig einträgst, erklärt der Beitrag Predicted Grades für Abiturienten. Ein Angebot ist dann meist ein Conditional Offer: Du bekommst den Platz, wenn du den geforderten Schnitt und die Fachpunkte im Abitur tatsächlich erreichst.

Warum ein Spitzenschnitt nicht reicht

Oxford schreibt selbst, dass es jedes Jahr über 23.000 Bewerbungen für rund 3.300 Plätze erhält und etwa 10.000 Bewerbende zum Interview einlädt. Wer nicht auf diese Shortlist kommt, ist aus dem Verfahren. Neben den Noten zählen deshalb:

  • Aufnahmetest: Viele Kurse verlangen einen Test. Für den Studienbeginn 2027 nutzt Oxford statt MAT, PAT und TSA die Tests ESAT, TMUA und TARA von UAT-UK, dazu LNAT für Jura und UCAT für Medizin. Die Buchung für die Oktober-Sitzung endete am 28. September 2026, getestet wird vom 12. bis 16. Oktober 2026. Details im Beitrag Oxford-Aufnahmetests 2027.
  • Schriftliche Arbeiten: Manche Kurse wie History verlangen einen Essay, der bis 10. November beim College sein muss.
  • Interview: Wer auf der Shortlist steht, wird im Dezember 2026 online interviewt. Wie das abläuft, steht im Beitrag zum Oxbridge-Interview.
  • Personal Statement und Referenz: Beides fließt in die Auswahl für die Shortlist ein.

Die Entscheidung bekommen Bewerbende auf der Shortlist am 12. Januar 2027 über UCAS.

Englischnachweis: das Abitur reicht für Oxford nicht

Anders als Cambridge führt Oxford das Abitur nicht als Englischnachweis auf. Wer ein Angebot bekommt, muss das Sprachniveau bis 31. Juli des Jahres nachweisen, in dem das Angebot kommt. Beim IELTS Academic heißt das 7,5 gesamt und mindestens 7,0 in jedem Teil, und zwar alle Werte aus derselben Prüfungssitzung. TOEFL-Tests, die ab dem 21. Januar 2026 abgelegt wurden, akzeptiert Oxford derzeit nicht. Bei der UCAS-Bewerbung selbst brauchst du noch keinen Nachweis.

Fristen für den Studienbeginn 2027

Datum Was passiert
28. September 2026 Ende der Buchung für ESAT, TMUA und TARA (Oktober-Sitzung)
12. bis 16. Oktober 2026 Testwoche ESAT, TMUA und TARA
15. Oktober 2026, 18 Uhr UK-Zeit (19 Uhr in Deutschland) UCAS-Frist für Oxford, gleichzeitig spätester LNAT-Termin für Jura
10. November 2026 Frist für schriftliche Arbeiten, wo verlangt
Mitte November bis Anfang Dezember Einladungen zum Interview
Anfang bis Mitte Dezember 2026 Online-Interviews
12. Januar 2027 Entscheidung über UCAS

Wer jetzt im Oktober 2026 noch nicht für einen geforderten Test angemeldet ist, kann sich für diesen Oxford-Kurs im Zyklus 2027 nicht mehr sinnvoll bewerben. Dann lohnt der Blick auf Unis mit Januar-Frist, etwa die LSE. Den Gesamtablauf mit allen Fristen erklärt der Hauptartikel UCAS-Bewerbung mit Abitur.

Oxford oder Cambridge: nur eine von beiden

Im selben Bewerbungsjahr kannst du in der Regel nur einen Kurs an Oxford oder an Cambridge wählen. Die Notenlogik unterscheidet sich: Oxford nennt feste Werte pro Anforderungsstufe, Cambridge eine Spanne von 1,0 bis 1,2. Den Vergleich findest du im Beitrag Welcher Abischnitt reicht für Cambridge?.

Häufige Fragen

Welcher Abischnitt reicht für Oxford?

Nach der Oxford-Tabelle 1,3 für Kurse mit AAA, 1,2 für Kurse mit A*AA und 1,1 für Kurse mit A*A*A. Welche Stufe gilt, steht auf der Kursseite. In geforderten Fächern brauchst du 14 Punkte für ein A* und 13 Punkte für ein A.

Reicht ein Abitur von 1,3 für Oxford?

Für Kurse mit der Anforderung AAA, etwa PPE, Law oder History, erfüllt 1,3 die Notenanforderung. Für Kurse mit A*AA oder A*A*A, etwa Medicine oder Mathematics, reicht 1,3 nach der Oxford-Tabelle nicht. Ein Angebot ist auch mit passendem Schnitt nicht sicher.

Zählen beim Abitur für Oxford auch einzelne Fächer?

Ja. Fächer, die der Kurs als A-Level verlangt, solltest du möglichst auf erhöhtem Niveau belegen, etwa als Leistungskurs. Oxford setzt für ein A* 14 Punkte und für ein A 13 Punkte an.

Akzeptiert Oxford das Abitur als Englischnachweis?

Nein, Oxford führt das Abitur nicht als Nachweis auf. Üblich ist zum Beispiel IELTS Academic mit 7,5 gesamt und mindestens 7,0 je Teil, nachzuweisen bis 31. Juli des Jahres, in dem du das Angebot bekommst.

Dein nächster Schritt

Ob Oxford für dich eine realistische Wahl ist, hängt an Schnitt, Fachpunkten, Test und dem Rest deiner Fünferliste. Eine erste Einordnung gibt dir der kostenlose UK-Chancen-Check. Wenn du die Bewerbung mit Begleitung planen willst, unterstützt dich das UK Application Mentoring von der Kurswahl bis zum Absenden. Über die Zulassung entscheidet allein die Universität.

Über den Autor

Tom Schwarte studiert Philosophy, Politics and Economics an der London School of Economics und hat LernVia 2025 zusammen mit Paul Jung gegründet. Paul studiert an der HSG und hat den Aufnahmetest 2024 unter den besten 4 % bestanden. Bei LernVia arbeiten Studierende mit, die das Auswahlverfahren ihrer Hochschule selbst durchlaufen haben.

Das Team hinter LernVia kennenlernen

Zurück zum Blog