HSG-Aufnahmetest nicht bestanden: Wiederholung und Alternativen

Ein erfolgloser Versuch im HSG-Auswahlverfahren fühlt sich oft endgültiger an, als er ist. Tatsächlich ist eine erneute Bewerbung möglich, und viele erreichen im zweiten Anlauf ein deutlich besseres Ergebnis.

Warum ein Nichtbestehen kein Leistungsurteil ist

Es gibt keine feste Bestehensgrenze. Aus Test und Interview entsteht eine Rangliste, und die Plätze gehen an die Besten. Man scheitert also nicht an einer Punktzahl, sondern an der Konkurrenz um begrenzte Plätze.

Wann eine Wiederholung möglich ist

  • Das Verfahren lässt sich pro Studienjahr nur einmal durchlaufen.
  • Eine erneute Teilnahme ist frühestens im Folgejahr möglich.
  • Es zählt jeweils das aktuellste Ergebnis, frühere werden überschrieben.
  • Eine offizielle Begrenzung der Versuche gibt es nicht.

Der letzte Punkt hat eine wichtige Konsequenz: Ein schwächerer zweiter Versuch ersetzt ein besseres erstes Ergebnis. Eine erneute Teilnahme sollte deshalb vorbereitet sein, nicht spontan erfolgen.

Was im zweiten Anlauf anders laufen sollte

Der häufigste Grund für ein schwaches Ergebnis ist nicht fehlendes Wissen, sondern fehlendes Tempo. Wer beim ersten Versuch Aufgaben nicht geschafft hat, braucht keine neuen Themen, sondern Routine.

Sinnvoll ist deshalb, früh mit vollständigen Durchläufen zu beginnen und nach jedem Test zu klären, ob eine Aufgabe an der Formel, an der Bezugsgröße, an einem Rechenfehler oder schlicht an der Zeit gescheitert ist.

Das Jahr dazwischen nutzen

Ein Zwischenjahr wirkt zunächst wie ein Verlust, ist aber gut nutzbar: für Praktika, Sprachaufenthalte oder Engagement. Das hilft doppelt, weil im Videointerview ohnehin nach Interessen, Verantwortung und konkreten Erfahrungen gefragt wird.

Andere Wege prüfen

Parallel lohnt sich der Blick auf weitere wirtschaftswissenschaftliche Hochschulen mit eigenen Auswahlverfahren, etwa die WHU, die Frankfurt School, die WU Wien oder britische Universitäten. Die geforderten Fähigkeiten überschneiden sich teilweise, sodass bereits geleistete Vorbereitung nicht verloren ist.

Häufige Fragen

Wie oft darf man antreten?

Eine offizielle Obergrenze gibt es nicht, allerdings ist pro Studienjahr nur ein Versuch möglich.

Zählt mein bestes Ergebnis?

Nein, es zählt das jüngste. Frühere Ergebnisse werden überschrieben.

Erfahre ich, woran es lag?

Eine detaillierte Fehleranalyse wird nicht ausgehändigt. Umso wichtiger ist eine eigene Auswertung anhand von Probetests.

Bringt eine Wiederholung überhaupt etwas?

Wenn sich die Vorbereitung ändert, ja. Wer denselben Ansatz wiederholt, wird meist ein ähnliches Ergebnis erzielen.

Wo finde ich die Fristen?

Termine und Anmeldefristen ändern sich jährlich und sollten direkt auf der Website der Universität St. Gallen geprüft werden.

Fazit

Ein erfolgloser Versuch ist ärgerlich, aber selten das Ende des Wegs. Entscheidend ist, das kommende Jahr nicht als Wartezeit zu behandeln, sondern als Vorbereitungszeit mit klarem Schwerpunkt auf Tempo und Routine.

Für den zweiten Anlauf eignen sich drei vollständige Testsimulationen, um Durchläufe zu wiederholen, oder zunächst ein einzelner Probetest im Originalformat zur ehrlichen Standortbestimmung. Weitere Materialien finden sich bei LernVia.

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